Zurzeit sind alle Geräte ausverkauft. Die Warteliste für die nächste Lieferung ist offen.Zur Warteliste

Hitzetage und Tropennächte in der Schweiz: Die Daten

SplitClima Redaktion

Aktualisiert am 1. August 2026

Wie heiss ist die Schweiz wirklich geworden? Diese Seite sammelt die wichtigsten Zahlen zu Hitzetagen, Tropennächten und Temperaturrekorden, jede mit Jahr und Quelle. Grundlage sind die Klimabulletins und Klimaseiten von MeteoSchweiz, Stand Ende Juli 2026. Wir aktualisieren die Seite nach jedem Hitzesommer.

Was ist ein Hitzetag, was eine Tropennacht?

Ein Hitzetag ist ein Tag mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 °C. Eine Tropennacht ist eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 °C fällt. Beide Definitionen stammen von MeteoSchweiz (Hitzetag, Tropennacht).

Zur Einordnung der Tropennacht schreibt MeteoSchweiz: Bis Anfang des 21. Jahrhunderts gab es Tropennächte in der Schweiz kaum, am ehesten vereinzelt im Tessin. Heute treten sie in den Tieflagen der ganzen Schweiz fast jedes Jahr auf.

Wie stark hat sich die Schweiz erwärmt?

Um 3.0 °C seit der vorindustriellen Zeit (1871 bis 1900), mehr als doppelt so stark wie das globale Mittel von 1.4 °C. Die Sommer sind sogar 3.4 °C wärmer geworden. Quelle ist das Klimabulletin Jahr 2025 von MeteoSchweiz. Die wichtigsten Trendzahlen im Überblick:

  • Jahresmittel: +3.0 °C (Unsicherheitsbereich 2.6 bis 3.4 °C) gegenüber 1871 bis 1900, global +1.4 °C. Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletin Jahr 2025, bestätigt im MeteoSchweiz-Blog vom Juli 2026.
  • Sommer: +3.4 °C (2.7 bis 4.0 °C) gegenüber vorindustriell. Quelle: Klimabulletin Sommer 2025.
  • Heissester Tag des Jahres: +3.4 °C von 1901 bis 2024 (Stationen Zürich, Genf, Basel, Bern); die heisseste 7-Tage-Periode: +3.7 °C. Quelle: MeteoSchweiz, Extremere Hitze.
  • Die Nächte erwärmen sich am schnellsten: +4.5 °C beim höchsten Tagesminimum (1901 bis 2024, gleiche Stationen), die heisseste 7-Tage-Periode der Minima +4.6 °C. Die fünf höchsten je gemessenen Tagesminima fielen alle in die letzten zehn Jahre. Quelle: Extremere Hitze.
  • 2025 war das viertwärmste Jahr seit Messbeginn 1864 (Landesmittel 7.0 °C, +1.2 °C gegenüber der Norm 1991 bis 2020). Die Ränge 1 bis 3 halten 2022, 2023 und 2024. Das letzte Jahr unter der Norm war 2021. Quelle: Klimabulletin Jahr 2025.
  • Beispiel Luzern: Bis Anfang der 1980er-Jahre gab es höchstens 10 Hitzetage pro Jahr, heute ist das etwa der Durchschnitt. Seit 1981 verging kein Jahr ohne Hitzetag. Quelle: Extremere Hitze.

Welche Hitzerekorde halten Schweizer Städte?

Den Landesrekord hält Grono GR vom 11. August 2003. Nördlich der Alpen führt Genf mit 39.7 °C vom 7. Juli 2015. Den Rekord an Hitzetagen in einem einzigen Sommer hält Stabio im Südtessin mit 63 Tagen im Jahr 2022. Die Rekorde im Detail:

  • Schweizer Allzeitrekord: Grono GR, 11. August 2003. Die MeteoSchweiz-Publikationen weichen beim Wert ab: Das Klimabulletin Sommer 2022 nennt 41.5 °C, der neuere Klimareport 2023 40.5 °C.
  • Rekord nördlich der Alpen: Genf, 39.7 °C am 7. Juli 2015. Quelle: Klimabulletin Sommer 2022.
  • Hitzesommer 2003: der wärmste Sommer seit Messbeginn (+3.0 °C gegenüber der Norm 1991 bis 2020 im Landesmittel). Genf zählte 50 Hitzetage, bis heute Stationsrekord. Quellen: Klimabulletin Sommer 2025, Klimabulletin Sommer 2022.
  • Sommer 2022, der zweitwärmste (+2.3 °C): Genf 41 Hitzetage (Rang 2 seit 1864), Sion 49 (Rekord: 50 im Jahr 2003), Lugano 38 (Rekord: 47 im Jahr 2003), Stabio 63 und damit neuer Rekord (alt: 57 aus dem Jahr 2003). Höchstwert des Sommers: Genf mit 38.3 °C am 4. August. Quelle: Klimabulletin Sommer 2022.
  • Sommer 2023: die späteste grosse Hitzewelle der Messgeschichte. Genf erreichte am 24. August 39.3 °C, den höchsten je nördlich der Alpen gemessenen Augustwert, mit 15 Hitzetagen in Serie. Acht Stationen stellten Allzeitrekorde auf, über 20 Stationen neue Augustrekorde. Zürich-Kloten setzte am 11. Juli 2023 mit 36.5 °C einen Julirekord. Quelle: Klimabulletin Sommer 2023.
  • Sommer 2025 (unter den sieben wärmsten): Der Juni 2025 war der zweitwärmste Juni seit Messbeginn (+3.8 °C), lokal mit 5 bis 14 Hitzetagen allein im Juni. In Lugano lagen 10-Tages-Mittel über 25 °C vor dem Jahr 2000 fast nie drin, heute sind sie eher Regel als Ausnahme. Quellen: Klimabulletin Sommer 2025, Klimabulletin Jahr 2025.

Was geschah in der Hitzewelle vom Juni 2026?

Eine Hitzewelle von historischem Ausmass: Über die zehn Tage vom 19. bis 28. Juni 2026 wurden die höchsten 10-Tages-Mittel der Tagesmaxima seit Messbeginn registriert, in Basel/Binningen 36.7 °C, in Neuchâtel 35.7 °C, in Zürich/Fluntern 34.5 °C und in Davos 26.3 °C. Nie seit Messbeginn vor 125 bis 160 Jahren gab es eine heissere 10-Tages-Periode.

  • Allzeitrekorde der 10-Tages-Mittel (19. bis 28. Juni 2026): Basel/Binningen 36.7 °C, Neuchâtel 35.7 °C, Zürich/Fluntern 34.5 °C, Davos 26.3 °C. Quelle: MeteoSchweiz-Blog "Hitzewelle von historischem Ausmass".
  • Rang 2, nur übertroffen vom August 2003: Genève/Cointrin 35.6 °C, Bern/Zollikofen 34.5 °C, Luzern 34.4 °C. Lugano erreichte mit 32.7 °C Rang 4 seit 1864. Quelle: derselbe Blogbeitrag.
  • 12 bis 13 Hitzetage in Serie ab dem 17. Juni im Flachland; in Bern/Zollikofen die längste Serie in rund 160 Messjahren (bisheriger Rekord: 1947). Quellen: MeteoSchweiz-Blog "Einordnung der aktuellen Hitzewelle", "Hitzewelle von historischem Ausmass".
  • Neue Juni-Stationsrekorde 2026: Bern/Zollikofen 34.5 °C am 22. Juni (alt: 34.4 °C von 2019), Pully 35.5 °C (alt: 33.3 °C), Payerne 36.1 °C (alt: 34.9 °C), Aigle 34.5 °C (alt: 32.7 °C), Buchs/Aarau 36.1 °C (alt: 35.9 °C); weitere Junirekorde in Hallau, Rünenberg, Delémont, Schaffhausen, Wynau und Visp. Quelle: MeteoSchweiz-Blog vom 23. Juni 2026.
  • Einordnung: Die bisherigen Rekord-Hitzewellen von 2003 und 1947 fielen auf Ende Juli und August. Ein Ereignis dieser Grösse im Juni ist beispiellos. Insgesamt war der Juni 2026 dennoch "nur" der drittwärmste Juni seit 1864, hinter 2003 und 2025. Quelle: MeteoSchweiz-Blog.
  • Der Sommer 2026 ging danach weiter: Hitzetage bereits im Mai, Hitze in der ersten Julihälfte vor allem südlich der Alpen und eine erneute markante Hitzewelle Ende Juli. Quelle: MeteoSchweiz-Blog, Juli 2026.

Wie geht es weiter? Die Klimaszenarien CH2025

Die Klimaszenarien CH2025 von MeteoSchweiz und ETH Zürich zeigen: In einer 1.5-Grad-Welt, die in den nächsten Jahren erreicht wird, wird der heisseste Tag des Jahres nochmals 1.5 °C wärmer als im Mittel 1991 bis 2020, in einer 3-Grad-Welt 4.4 °C. Für Basel/Binningen hiesse das 38.8 °C statt 34.4 °C am heissesten Tag.

  • Heissester Tag des Jahres: +1.5 °C (0.6 bis 2.7 °C) in der 1.5-Grad-Welt, +4.4 °C (2.4 bis 6.8 °C) in der 3-Grad-Welt, jeweils gegenüber 1991 bis 2020. Quelle: MeteoSchweiz, Extremere Hitze.
  • Heisseste Nacht des Jahres: +1.1 °C beziehungsweise +3.8 °C. Quelle: Extremere Hitze.
  • Extreme Hitzetage, die bisher einmal in 50 Jahren auftraten, werden rund 2.6-mal häufiger (1.5-Grad-Welt) beziehungsweise rund 17-mal häufiger (3-Grad-Welt) und dabei 1.6 °C beziehungsweise 5.6 °C heisser. Quelle: Extremere Hitze.
  • Schon im heutigen Klima ist ein Extremereignis physikalisch möglich, das die aktuellen Rekorde um 5 bis 7 °C übertrifft. Quelle: Extremere Hitze.
  • Städte trifft es besonders: Die Nachttemperaturen liegen dort bis zu 5 bis 7 °C über dem Umland, mit entsprechend mehr Tropennächten (Hitze in Städten). Für die Innenstädte von Zürich und Genf werden künftig zwei oder mehr Hitzewellen pro Jahr erwartet, die längste 7 bis 8 Tage am Stück gegenüber 3 bis 5 Tagen im Umland (MeteoSchweiz-Blog, Juli 2026).

Was bedeutet das für den Kühlbedarf?

Die Nachfrage nach Kühlung folgt diesen Kurven direkt. MeteoSchweiz weist für Genève/Cointrin seit den 1960er-Jahren eine deutliche Zunahme der Kühltage und Kühlgradtage aus (Extremere Hitze). Und weil sich die Nächte am schnellsten erwärmen, leidet zuerst der Schlaf, messbar, wie die Studien im Beitrag Schlaf und Hitze zeigen. Wie viel Kühlleistung ein Raum braucht, rechnet der Beitrag Wie viele BTU und kW vor; welche Gerätetypen für Schweizer Mietwohnungen taugen, der Ratgeber zu mobilen Klimaanlagen.

Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus den verlinkten Publikationen von MeteoSchweiz; Sie dürfen sie mit Quellenangabe gerne zitieren. Wer nach dem Blick in die Daten handeln will: Die Übersicht der mobilen Split-Klimaanlagen zeigt Geräte, die ohne feste Installation auskommen, samt Warteliste für die nächste Charge im Frühjahr 2027. Weitere Antworten gibt das FAQ im Ratgeber.