Klimaanlage ohne Aussengerät: Welche Optionen taugen etwas?
SplitClima Redaktion
Aktualisiert am 1. August 2026
"Klimaanlage ohne Aussengerät" suchen vor allem Menschen, die keine Box an der Fassade wollen oder dürfen: Mieterinnen und Mieter, Stockwerkeigentümer, Besitzer geschützter Bauten. Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen. Die schlechte: Einige davon halten nicht, was die Werbung verspricht. Hier sind die drei Optionen, die wirklich funktionieren, mit Kosten in CHF, Lärmwerten und der Bewilligungsfrage.
Was heisst "ohne Aussengerät" überhaupt?
Gemeint sind meist zwei verschiedene Dinge. Erstens: kein fest montiertes Aussengerät an der Fassade. Dafür gibt es echte Lösungen. Zweitens: gar keine Wärmeabgabe nach draussen. Das ist physikalisch unmöglich, denn jede echte Klimaanlage muss die Raumwärme irgendwohin abführen. Geräte, die Kühlung ganz ohne Abluft versprechen, sind Luftkühler und senken die Raumtemperatur kaum.
Die Motive dahinter sind fast immer dieselben: Die Vermieterschaft erlaubt keine Fassadenmontage, die Stockwerkeigentümergemeinschaft will keine Aussenbox, die Gemeinde verlangt eine Baubewilligung, oder die Box stört schlicht die Optik. Dazu kommt oft die Dachwohnung, in der es im Sommer am heissesten wird und in der eine Festinstallation am schwierigsten zu bewilligen ist. Für all diese Fälle lohnt sich der Blick auf drei Bauarten, von der aufwendigsten zur einfachsten.
Option 1: Wand-Klimagerät ohne Ausseneinheit
Sogenannte Monoblock-Wandgeräte, bekannteste Vertreter sind die Geräte der Olimpia Splendid Unico-Reihe, packen den ganzen Kältekreislauf in ein Gehäuse an der Innenwand. Die Abwärme geht durch zwei Kernbohrungen von rund 16 cm Durchmesser direkt durch die Aussenwand nach draussen. Es hängt also tatsächlich keine Box an der Fassade, nur zwei Aussengitter.
Der Haken: Die Fassadenbohrung braucht trotzdem eine Zustimmung
Zwei 16-cm-Löcher durch die Aussenwand sind eine bauliche Veränderung. In der Mietwohnung braucht es dafür die schriftliche Zustimmung der Vermieterschaft nach OR Art. 260a, im Stockwerkeigentum in der Regel einen Beschluss der Gemeinschaft, und je nach Kanton und Gemeinde zusätzlich eine Baubewilligung. Wer "ohne Aussengerät" sucht, um die Bewilligungsfrage zu umgehen, landet hier also in der Sackgasse: Das Gerät ist unsichtbarer, aber rechtlich kein bisschen einfacher.
Kosten und Lärm
Geräte der Unico-Klasse kosten in der Schweiz rund CHF 2'000 bis 3'000, dazu kommen Kernbohrung und Montage durch den Fachbetrieb. Und weil der Kompressor im Wohnraum sitzt, sind Wandgeräte hörbar lauter als jede Split-Lösung. Für Wohn- und Arbeitsräume geht das in Ordnung, fürs Schlafzimmer würden wir es uns zweimal überlegen.
Ganz unsichtbar ist die Lösung übrigens auch nicht: Aussen bleiben zwei Lüftungsgitter in der Fassade sichtbar. Bei geschützten oder ortsbildprägenden Bauten kann selbst das zum Thema werden. Wer diesen Weg geht, plant die Abklärungen mit Verwaltung und Gemeinde realistischerweise in Wochen, nicht in Tagen.
Option 2: Mobile Split-Klimaanlage, das Aussenteil steht nur dort
Für die meisten Situationen ist das der Sweet Spot: volle Splitleistung, null Eingriff ins Gebäude. Eine mobile Split-Klimaanlage besteht aus einem Innenteil im Raum und einer kompakten Aussenbox, die auf Balkon, Terrasse oder Fensterbank steht statt an der Wand zu hängen. Verbunden sind beide über eine flache Kältemittelleitung, bei der Midea PortaSplit nur 2.7 cm dick, die durchs gekippte Fenster passt. Nichts wird gebohrt, nichts montiert, und beim Umzug zieht das Gerät einfach mit.
Weil der Kompressor draussen arbeitet, bleibt es innen mit 38 bis 41 dB(A) leise, deutlich leiser als jeder Monoblock. Und die Effizienz liegt auf dem Niveau fest installierter Anlagen: Die Midea PortaSplit kühlt und heizt mit 3.5 kW bei SEER 6.1 (A++) und kostet CHF 1'190.–. Die PortaSplit Cool ist die reine Kühlversion mit 2.35 kW für CHF 1'090.–. Unsere Eigenmarke SplitClima S12 bietet 3.5 kW Kühlen und Heizen, R32, WiFi und ein Fensterkit für CHF 799.–.
Der Aufbau dauert rund zehn Minuten und braucht kein Werkzeug: Innenteil hinstellen, Aussenbox auf den Balkon, Leitung durchs gekippte Fenster, Stecker in die normale Steckdose. Die SplitClima S12 läuft an einer gewöhnlichen T13-Dose, ein Elektriker ist nicht nötig. Mit einer Fensterabdichtung bleibt der Fensterspalt dicht, damit keine warme Luft nachströmt. Und im Betrieb rechnet sich die Effizienz: Eine Kühlstunde kostet mit diesen Geräten 11 bis 12 Rappen, die ganze Rechnung steht hier.
Ehrlich bleibt: Ein Aussenteil gibt es weiterhin, es steht nur, statt zu hängen. Sie brauchen also einen Balkon, eine Terrasse oder ein stabiles, breites Fensterbrett. Wer keines von dreien hat, ist bei Option 1 oder 3 besser aufgehoben.
Option 3: Mobiler Monoblock mit Abluftschlauch
Der Klassiker ab rund CHF 300: alles in einem Gehäuse, die warme Luft bläst ein etwa 15 cm dicker Schlauch durchs Fenster. Das funktioniert grundsätzlich, hat aber drei bekannte Schwächen. Erstens der Lärm: 55 bis 65 dB(A), weil der Kompressor im Raum steht. Zweitens die Effizienz: Typische Monoblöcke erreichen einen EER um 2.6 und kosten damit mehr als das Doppelte an Strom pro Kühlstunde. Drittens das offene Fenster: Der Schlauch braucht einen Spalt, durch den warme Luft nachströmt, und der Abluftstrom erzeugt im Raum einen Unterdruck, der das Problem verstärkt. Eine Fensterabdichtung mildert das, beheben kann sie es nicht. Für ein paar Hitzetage pro Jahr in Ordnung, für den Dauereinsatz die schwächste der drei Optionen.
Welche Option braucht eine Bewilligung?
Mobil aufgestellte Geräte ohne bauliche Veränderung brauchen in der Regel weder eine Baubewilligung noch die Zustimmung der Vermieterschaft. Sobald gebohrt oder fest montiert wird, dreht sich das: Wandgeräte mit Kernbohrung und fest installierte Splitanlagen brauchen die Zustimmung der Eigentümerschaft und je nach Kanton und Gemeinde eine Bewilligung. Bei fest installierten Anlagen kommt oft ein Lärmnachweis für das Aussengerät dazu. Fragen Sie im Zweifel bei der Bauverwaltung Ihrer Gemeinde nach, die Antwort kostet nichts und erspart im schlimmsten Fall den Rückbau auf eigene Kosten.
Eine Ausnahme verdient Ehrlichkeit: Der Kanton Genf reguliert Klimageräte generell streng und verlangt für Klimaanlagen grundsätzlich eine Bewilligung. Wie mobile Geräte dort im Einzelfall behandelt werden, ist eine Grauzone. Wer in Genf wohnt, klärt das besser kurz mit der Gemeinde, bevor er kauft. Und überall in der Schweiz gilt: Lärmschutz und Nachtruhe sind einzuhalten, egal ob ein Gerät steht, hängt oder rollt.
Die drei Optionen im Vergleich
| Kriterium | Wandgerät ohne Ausseneinheit | Mobile Split-Klimaanlage | Monoblock mit Abluftschlauch |
|---|---|---|---|
| Kühlleistung | 2.0 bis 3.5 kW | 2.35 bis 3.5 kW | 2.0 bis 2.6 kW |
| Lärm innen | erhöht, Kompressor im Raum | 38 bis 41 dB(A) | 55 bis 65 dB(A) |
| Effizienz | ordentlich | A+ bis A++ (SEER 5.6 bis 6.1) | schwach (EER um 2.6) |
| Eingriff ins Gebäude | zwei Kernbohrungen ca. 16 cm | keiner | keiner |
| Zustimmung/Bewilligung | ja, Eigentümer und oft Gemeinde | nein, Lärmregeln gelten trotzdem | nein, Lärmregeln gelten trotzdem |
| Kosten | CHF 2'000 bis 3'000 plus Montage | CHF 799.– bis 1'190.– | ab ca. CHF 300 |
Kurz entschieden: Wer mietet oder nicht bohren will, nimmt die mobile Split-Klimaanlage. Wer Eigentum besitzt, eine dauerhafte Lösung sucht und die Abklärungen nicht scheut, fährt mit dem Wandgerät oder gleich einer fest installierten Splitanlage gut. Der Monoblock bleibt die Notlösung für wenige Hitzetage bei knappem Budget.
Häufige Fragen
Wie funktioniert eine Klimaanlage ohne Aussengerät?
Wandgeräte führen die Abwärme über zwei Wanddurchbrüche von rund 16 cm nach draussen ab, der ganze Kältekreislauf sitzt innen. Wirklich ohne Eingriff ins Gebäude kommen nur mobile Geräte aus: die mobile Split-Klimaanlage mit hingestelltem Aussenteil oder der Monoblock mit Abluftschlauch.
Welche Klimaanlage ohne Aussengerät ist die beste?
Für Mieter und alle, die nicht bohren wollen: eine mobile Split-Klimaanlage. Sie bringt Splitleistung und unter 40 dB(A) im Raum, ganz ohne bauliche Veränderung. Für Eigentümer, die eine dauerhafte Lösung ohne Fassadenbox wollen und die Bewilligung haben, ist ein Wandgerät eine saubere Alternative.
Wie gut sind Klimaanlagen ohne Aussengerät?
Wandgeräte kühlen zuverlässig und erreichen ordentliche Effizienzwerte, bleiben aber lauter als Splitgeräte, weil der Kompressor im Raum arbeitet. Mobile Split-Klimaanlagen stehen fest installierten Anlagen bei Kühlleistung, Effizienz und Lautstärke kaum nach.
Braucht ein Wandgerät ohne Ausseneinheit eine Bewilligung?
Die Kernbohrungen verändern Fassade und Bausubstanz. In der Mietwohnung ist deshalb die schriftliche Zustimmung nach OR Art. 260a nötig, im Stockwerkeigentum ein Beschluss der Gemeinschaft, und je nach Gemeinde kommt eine Baubewilligung dazu.
Wenn Sie keine Box an der Fassade wollen und trotzdem echte Kühlung brauchen, finden Sie alle drei mobilen Split-Klimaanlagen ab CHF 799.– in unserer Übersicht der Klimaanlagen, mit Gratislieferung, 2 Jahren Garantie mit Abwicklung in der Schweiz und 30 Tagen Rückgaberecht. Aktuell sind alle Geräte ausverkauft, die nächste Charge erwarten wir im Frühling 2027. Auf der Warteliste Ihres Wunschgeräts erhalten Sie 48 Stunden Frühzugang.