Zurzeit sind alle Geräte ausverkauft. Die Warteliste für die nächste Lieferung ist offen.Zur Warteliste

Heizen mit der Klimaanlage: Lohnt sich das in der Schweiz?

SplitClima Redaktion

Aktualisiert am 1. August 2026

Eine Klimaanlage mit Heizfunktion ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom rund vier Kilowattstunden Wärme, ein Heizlüfter schafft genau eine. Trotzdem ist sie kein Ersatz für die Zentralheizung im Schweizer Winter. Dieser Ratgeber rechnet ehrlich vor, wann sich das Heizen mit der Klimaanlage lohnt, was es in Franken kostet und wo bei Minusgraden physikalisch Schluss ist.

Kann man mit einer Klimaanlage heizen?

Ja, sofern das Gerät eine Heizfunktion hat. Die Klimaanlage kehrt dann ihren Kältekreislauf um: Statt Wärme aus dem Raum nach draussen zu pumpen, holt sie Wärme aus der Aussenluft in den Raum. Das ist exakt das Prinzip einer Wärmepumpe, und es funktioniert auch bei kühlen Aussentemperaturen, weil selbst kalte Luft noch nutzbare Wärmeenergie enthält.

Wichtig beim Gerätekauf: Nicht jede Klimaanlage kann das. Reine Kühlgeräte wie die Midea PortaSplit Cool haben keine Heizfunktion. Die Midea PortaSplit und die SplitClima S12 heizen dagegen beide mit 3.5 kW und einem SCOP von 4.0.

Was bedeutet SCOP 4.0 konkret?

SCOP steht für Seasonal Coefficient of Performance: das Verhältnis von erzeugter Wärme zu verbrauchtem Strom, gemittelt über eine ganze Heizsaison. SCOP 4.0 heisst: Aus 1 kWh Strom werden im Saisonschnitt 4 kWh Wärme. Ein Heizlüfter oder Elektroradiator hat immer den Faktor 1, die Klimaanlage heizt also viermal günstiger.

Wie kann ein Gerät mehr Wärme abgeben, als es Strom verbraucht? Weil es Wärme nicht erzeugt, sondern verschiebt. Der Strom treibt nur den Kompressor an, die Wärme selbst stammt aus der Aussenluft. Ein Heizlüfter dagegen wandelt Strom direkt in Wärme um und ist damit an den Faktor 1 gebunden. Diese Physik ist derselbe Grund, warum EnergieSchweiz Wärmepumpen als Standard für Neubauten empfiehlt.

Der SCOP ist ein Saisonmittel nach EU-Norm für durchschnittliches Klima. An einem milden Oktobertag mit 12 Grad liegt die tatsächliche Effizienz über 4, an einem frostigen Januarmorgen darunter. Genau deshalb gehört zur ehrlichen Rechnung auch der Abschnitt über Minusgrade weiter unten.

Was kostet eine Kilowattstunde Wärme im Vergleich?

Beim Schweizer Median-Strompreis von 27.7 Rappen pro kWh (ElCom-Tarifvergleich) kostet die Kilowattstunde Wärme aus der Klimaanlage mit SCOP 4.0 rund 7 Rappen. Der Heizlüfter braucht für dieselbe Wärme die vollen 27.7 Rappen, Gasheizungen liegen je nach Gemeinde meist dazwischen.

Wärmequelle Kosten pro kWh Wärme
Klimaanlage, SCOP 4.0 rund 7 Rappen
Heizlüfter / Elektroradiator rund 28 Rappen
Gasheizung rund 14 bis 18 Rappen

Zur Einordnung der Gaszahl: Die Gaspreise unterscheiden sich stark nach Gemeinde und Verbrauchsprofil, aktuelle Tarife zeigt der Gaspreisvergleich des Preisüberwachers. Gerechnet haben wir mit 12 bis 16 Rappen pro kWh Gas und einem Kesselwirkungsgrad um 90 Prozent. Die Kernaussage bleibt über alle Tarife stabil: Die Wärmepumpen-Logik der Klimaanlage schlägt jede direkte Elektroheizung um den Faktor 4 und unterbietet in den meisten Gemeinden auch die Gasheizung.

Rechenbeispiel: eine Übergangssaison in Franken

Angenommen, Sie heizen im März, April, Oktober und November je einen Monat lang abends, insgesamt 300 Stunden mit durchschnittlich 2 kW Wärmeleistung. Das ergibt 600 kWh Wärme:

  • Klimaanlage (SCOP 4.0): 150 kWh Strom, rund CHF 42.–
  • Heizlüfter: 600 kWh Strom, rund CHF 166.–
  • Gasheizung: rund CHF 80.– bis 110.–, sofern sie für einen einzelnen Raum überhaupt so gezielt läuft

Gegenüber dem Heizlüfter sparen Sie also rund CHF 124.– pro Übergangssaison. Wer eine Elektro-Direktheizung ersetzt, spart bei jedem einzelnen Betriebstag. Läuft Ihre Zentralheizung ohnehin schon, ist der Spareffekt kleiner: Dann lohnt sich die Klimaanlage vor allem, um die Hauptheizung später einzuschalten und früher auszuschalten.

Mit eigenem Solarstrom rechnet es sich doppelt

Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, heizt in der Übergangszeit oft fast gratis. Im März, April und Oktober liefert die Anlage tagsüber regelmässig Überschuss, der sonst zum Rückliefertarif ins Netz geht, und der liegt je nach Netzbetreiber deutlich unter dem Bezugstarif. Jede Kilowattstunde Eigenverbrauch in der Klimaanlage wird mit SCOP 4.0 zu vier Kilowattstunden Wärme. Das Gerät per App am Mittag starten, wenn die Sonne liefert, und der Raum ist am Abend vorgewärmt.

Wann lohnt sich das Heizen mit der Klimaanlage?

Am meisten in der Übergangszeit, also genau dann, wenn die Zentralheizung noch aus oder schon aus ist. Typische Fälle aus der Praxis:

  • Frühling und Herbst: Einzelne kalte Abende überbrücken, ohne die ganze Heizungsanlage hochzufahren
  • Ersatz für den Heizlüfter: Überall dort, wo heute ein Elektroradiator läuft, viertelt die Klimaanlage die Stromkosten
  • Einzelne Räume: Hobbyraum, Atelier, Wintergarten oder Homeoffice, die am Heizkreis hängen oder gar nicht beheizt sind
  • Ferienwohnung: Schnell warm bei Ankunft, per App sogar vorheizbar, statt tagelang die Grundheizung laufen zu lassen
  • Doppelnutzen: Wer ohnehin eine mobile Split-Klimaanlage fürs Kühlen kauft, bekommt die Heizfunktion praktisch geschenkt und nutzt das Gerät acht statt drei Monate im Jahr

Wo sind die Grenzen? Ehrlichkeit bei Minusgraden

Unter etwa +2 Grad Aussentemperatur beginnt am Aussenteil Eis anzusetzen. Das Gerät schaltet dann periodisch in den Abtaumodus: Es unterbricht das Heizen, die nutzbare Leistung und die Effizienz sinken. Je kälter es wird, desto häufiger taut das Gerät ab. Mobile Split-Klimaanlagen sind darum eine Heizung für die Übergangszeit, nicht für den Hochwinter.

Für die Übergangszeit ist das kein Problem: In den meisten Schweizer Wohnlagen bewegen sich die Temperaturen im März, April, Oktober und November tagsüber deutlich über dem Gefrierpunkt, also genau im Bereich, in dem das Gerät seinen SCOP voll ausspielt.

Dazu kommen zwei praktische Punkte. Erstens steht das Aussenteil eines mobilen Geräts auf Balkon oder Fensterbank, und die Leitung führt durchs gekippte Fenster; ohne saubere Fensterabdichtung holt sich der Raum einen Teil der Wärme gleich wieder als Zugluft zurück. Zweitens entsteht beim Abtauen Kondenswasser am Aussenteil, das bei Frost auf dem Balkonboden gefrieren kann; ein Untersatz oder eine Ablaufmöglichkeit löst das. Wer im Januar bei minus 10 Grad zuverlässig heizen muss, braucht eine fest installierte Wärmepumpe, die für tiefe Temperaturen ausgelegt ist. Für alles zwischen Oktober und Dezember, März und Mai ist die mobile Lösung dagegen genau richtig dimensioniert.

Welche mobilen Klimaanlagen können heizen?

Zwei unserer drei Geräte: Die Midea PortaSplit und die SplitClima S12 heizen beide mit 3.5 kW bei SCOP 4.0 (Klasse A+). Die PortaSplit Cool ist ein reines Kühlgerät. Da bei beiden Heizgeräten der Kompressor draussen steht, bleibt es beim Heizen genauso leise wie beim Kühlen: rund 39 dB(A) im Raum.

Der Unterschied zwischen den beiden liegt beim Preis und bei der Kühl-Effizienz: Die PortaSplit kostet CHF 1'190.– und kühlt mit SEER 6.1 etwas sparsamer, die S12 kostet CHF 799.– und liegt bei SEER 5.6. Beim Heizen sind beide mit SCOP 4.0 gleichauf. Was der Betrieb übers Jahr kostet, rechnet der Ratgeber Stromkosten Klimaanlage Schweiz im Detail vor.

Häufige Fragen

Wie viel Strom braucht das Heizen mit der Klimaanlage?

Bei SCOP 4.0 rund ein Viertel der abgegebenen Wärmeleistung. Für 2 kW Wärme zieht das Gerät also etwa 0.5 kW Strom, das kostet beim Schweizer Medianpreis rund 14 Rappen pro Stunde. Ein Heizlüfter mit gleicher Wärmeleistung kostet in derselben Stunde rund 55 Rappen.

Ist Heizen mit der Klimaanlage günstiger als mit dem Heizlüfter?

Ja, rund viermal günstiger, und zwar immer. Der Heizlüfter macht aus 1 kWh Strom genau 1 kWh Wärme, die Klimaanlage mit SCOP 4.0 macht daraus 4 kWh. Wer regelmässig einen Elektroradiator nutzt, amortisiert über die Stromersparnis einen Teil des Gerätepreises.

Kann die Klimaanlage die Heizung ersetzen?

In der Schweiz in der Regel nicht. Als alleinige Heizung im Hochwinter ist eine mobile Split-Klimaanlage nicht ausgelegt, unter dem Gefrierpunkt sinken Leistung und Effizienz durch die Abtauzyklen spürbar. Ihre Rolle ist die Zusatz- und Übergangsheizung für einzelne Räume, und die spielt sie günstiger als jede Alternative.

Lohnt es sich auch bei einer Wärmepumpen-Zentralheizung?

Kaum. Eine zentrale Wärmepumpe arbeitet ähnlich effizient wie die Klimaanlage, der Kostenvorteil verschwindet also. Sinnvoll bleibt das Zuheizen nur für Räume, die am Heizsystem gar nicht hängen, etwa Wintergarten oder Hobbyraum. Den grossen Unterschied macht die Klimaanlage gegenüber Heizlüftern, Elektroradiatoren und teuren Gastarifen.

Funktioniert das Heizen auch bei Minusgraden?

Grundsätzlich ja, auch unter null holt der Kältekreislauf noch Wärme aus der Aussenluft. Aber unter etwa +2 Grad schaltet das Gerät regelmässig in den Abtaumodus, dadurch sinken Heizleistung und Effizienz. Je tiefer die Temperatur, desto kleiner der Vorsprung gegenüber anderen Heizungen. Für dauerhafte Minusgrade ist eine fest installierte Wärmepumpe die richtige Lösung.


Kühlen im Sommer, Heizen in der Übergangszeit, ein Gerät für acht Monate im Jahr: Die SplitClima S12 macht beides mit 3.5 kW und SCOP 4.0 für CHF 799.–, inklusive Fensterkit und T13-Stecker. Aktuell ausverkauft, die nächste Charge kommt im Frühling 2027; die Warteliste sichert Ihnen 48 Stunden Frühzugang.